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Foto: Julia Münster

Warum „ein gesunder Mix“ zum Erfolg führt

Top-Leistung trotz ungewöhnlicher Prüfungssituation: die besten Absolventinnen und Absolventen der Qualifikationsprüfung an der Hochschule für den öffentlichen Dienst

Lange Abendkleider, elegante Anzüge, eine festlich geschmückte Freiheitshalle in Hof mit Buffet und anschließender großer Feier mit Partnerinnen und Partnern, Eltern und Bekannten bis in die Morgenstunden – so sieht üblicherweise die Diplomierungsfeier der Hochschule für den öffentlichen Dienst aus. Selbstredend, dass aber auch dieses Highlight des Jahres für die Absolventinnen und Absolventen der beiden Studiengänge „Diplomverwaltungswirt“ und „Diplomverwaltungsinformatik“ in Corona-Zeiten leider nicht stattfinden konnte. Schon die Prüfungsvorbereitung und die Examensklausuren selbst haben sich massiv von den bisherigen Abschlussarbeiten unterschieden: Anstelle von Präsenzveranstaltungen erhielten die Studierenden ab Mitte März die Wissensvermittlung in Form einer digitalen Betreuung, später auch durch sog. „virtuelle Lehrsäle“, in denen die Dozentinnen und Dozenten weitere Lehrinhalte und Übungsveranstaltungen online anboten. Die Resonanz seitens der Studierenden darauf war ganz überwiegend positiv, trotz dieser für beide Seiten völlig ungewohnte Wissensvermittlung. Letztlich stellten sich nach dreijährigem intensivem Studium und den letzten ungewöhnlichen Corona-Monaten 534 angehende Diplom-Verwaltungswirte/-wirtinnen (FH) den Examensklausuren. 50 waren es im Studiengang Diplomverwaltungsinformatik.

Mittlerweile stehen auch die Noten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fest. So haben insgesamt 502 Personen die Prüfung bestanden, nur 32 Studierende (Quote: 5,99 Prozent) haben die Hürde im ersten Durchlauf nicht nehmen können und haben aktuell in einer Wiederholungsprüfung die Chance, ihr Studium noch erfolgreich abzuschließen.

Trotz der ungewöhnlichen Vorbereitungs- und Prüfungssituation wurden auch in diesem Jahr Spitzenleistungen erzielt. Befürchtungen, dass sich die Corona-Pandemie auf die Erfolge der Prüflinge auswirkt, konnten somit eindrucksvoll widerlegt werden. Insbesondere die Bestabsolventinnen und -absolventen der beiden Studiengänge glänzten mit hervorragenden Ergebnissen:

Bestabsolventinnen/-absolventen Studiengang Diplomverwaltungswirt/-wirtin:

Frau Julia Heigl (Stadt Ingolstadt): 13,73 Punkte

Herr Maximilian Goßner (Landkreis Günzburg – Landratsamt): 13,27 Punkte

Frau Julia Münster (Stadt Amberg): 13,18 Punkte

Bester Absolvent Studiengang Diplomverwaltungsinformatik:

Herr Stefan Wäber (Landesamt für Finanzen – Zentralabteilung): 14,02 Punkte

Doch was steckt hinter diesen Punktzahlen? Wie bereiteten sich die Prüflinge tatsächlich vor und was sehen sie als ihr Erfolgsgeheimnis? Stellvertretend für die Jahrgangsbesten hat Julia Münster von der Stadt Amberg hierzu ihre Prüfungsvorbereitung geschildert:

„Ich denke, grundsätzlich ist ein gesunder Mix nötig: Mein Tagesablauf bestand meist aus lernen, laufen, Sport, Saxophon spielen, essen, lernen, essen, schlafen. Wobei ich wirklich viel und detailliert gelernt habe.“ Gerade zu Beginn der Corona-Pandemie im März war aber auch für Julia Münster nicht so wirklich klar, was dies konkret für ihre bevorstehende Prüfung bedeutet: „Am Anfang war Chaos und ich war froh über jede Info von der Hochschule wie es weitergeht.“ Vor allem die Zeit mit rein digitaler Betreuung verlangte von Julia Münster einiges an Selbstorganisation und -disziplin: „Ich habe mir To-Do-Pläne für jedes Fach erstellt und mit jedem E-Mail-Eingang eines Dozenten ergänzt. Daneben habe ich mir Unterlagen selbst strukturiert, Zusammenfassungen erstellt und wiederholt. Mir war wichtig, frühzeitig einen detaillierten Lernplan zu haben, an dem ich mich orientieren konnte.“ Doch nicht nur die plötzlich gestiegene Selbstverantwortung war ein Hindernis auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss: Viele der Prüflinge wurden von ihren Dienstherren zur Bewältigung der Pandemie in den Gesundheitsämtern eingesetzt, was die Vorbereitungszeit auf das Examen verkürzte. So auch Julia Münster, die aber dennoch genügend Möglichkeiten zum Lernen fand: „Ich wurde von der Stadt Amberg an zwei Tagen in die Arbeit geordert. Die restliche Zeit hatte ich zum Heimstudium zur Verfügung, wofür ich der Stadt sehr dankbar bin.“ Auch wenn der Unterrichtsstoff in den digitalen Medien nicht eins zu eins wie in der Präsenzlehre vermittelt werden kann, so hat – zumindest bei Julia Münster – die ungewöhnliche Vorbereitung und Prüfung keinen Nachteil bewirkt: „Vor allem der Video-Unterricht mit Power-Point und die Beantwortung von Fragen der Studenten aus dem Chat nach einem Themenblock sortiert fand ich hilfreich. Beim bloßen Veröffentlichen von Informationsmaterial ist der Lernerfolg meiner Meinung nach geringer. Ich habe auch mit einer Mitstudentin geskypt und Klausuren besprochen, was trotz des Formats für mich ein Ansporn war.“ Dennoch hätte auch Julia Münster nichts gegen ein „völlig normales Prüfungsjahr“ gehabt: „Das Lernen des Stoffes ist mühsamer als bei der Präsenzlehre, da manche Fragen offenbleiben (zum Beispiel: Was muss ich wirklich wissen? Wie wird es abgefragt?). Zudem können natürlich beim persönlichen Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden viele Fragen schneller geklärt werden.“ Außerdem fehlten Julia Münster auch die persönlichen Begegnungen außerhalb des Hochschulunterrichts: „Die Sportangebote an der Hochschule habe ich arg vermisst. Stattdessen habe ich dann draußen Sport oder online Fitnessvideos gemacht.“ Dies auch trotz der Aussicht, dass das lange Abendkleid in diesem Jahr nicht den Weg zur Diplomierungsfeier finden kann.

Wir bedanken uns bei Julia Münster für die Eindrücke und wünschen allen Absolventinnen und Absolventen einen gelungenen Start ihrer Karriere im öffentlichen Dienst!

T.B.